Über Bernard Paschke

Bernard Paschke, geboren im Jahr 2000, ging in Bonn zur Schule. Bereits in der Schulzeit begann er, Theaterstücke zu schreiben, inszenieren und zu spielen - später im Contra-Kreis-Theater in Bonn. Seit 2017 ist er mit seinem ersten Kabarettprogramm auf Tournee und seit 2018 Mitglied der Leipziger Pfeffermühle.

(Too) Frequently Asked Questions & Vita

Folgende Fragen stellen Journalisten so gerne, dass ich sie hier schon einmal öffentlich beantworte…

Wie kommt man eigentlich zu so einem Beruf?

Nach meiner Geburt lernte ich laufen, sprechen, lesen und schreiben. Schlafen sowie Nahrung aufnehmen konnte ich bereits, und erfüllte somit alle Voraussetzungen, die das deutsche Schulsystem an einen Abiturienten und die Gesellschaft an einen Künstler stellt. Die ersten vierzehneinhalb Jahre meines Lebens war ich vor allem mit dem Aufwachsen im beschaulich-langweiligen Meckenheim bei Bonn beschäftigt, und lediglich ein begeisterter Konsument von Theater und Kabarett.

Und wer hat Sie motiviert, auf die Bühne zu gehen?

Ganz klar: Herr Graf - der vielleicht für mein späteres Leben wichtigste Lehrer. Herr Graf leitete den „Literaturkurs“, ein Unterrichtsfach in dem geschauspielert wurde. Und er tat das auf so eindrückliche Weise, dass es nur wenige Wochen dauerte, bis der Kurs beschloss: Das können wir besser. Und diesem sympathischen Größenwahn folgend schrieb ich eine Theaterfassung der Kleinkunstbibel schlechthin, „Die Känguru-Chroniken“.

Mit ganzen 27 Mitspielern probten und spielten wir - völlig ohne Beteiligung von irgendjemandem, der Ahnung gehabt hätte. Und das machte so viel Spaß, dass ich gleich danach noch ein eigenes Stück schrieb und inszenierte, eine Art Satire über die Schule.

Was haben Sie nach der Schulzeit gemacht?

Leider war ebendiese Schulzeit dann auch schon vorbei und wir mussten uns Alternativen zur Aula suchen. Das Contra-Kreis-Theater in Bonn, allen voran der Chef Horst Johanning und seine rechte Hand, Bettina Maretsch, empfingen uns mit offenen Armen. Das Ensemble hatte eine abiturbedingte, extreme Schrumpfkur verordnet bekommen, von 27 auf 2, und so durften wir 2016 im Contra-Kreis mein neuestes Werk „Die Drei Musketiere - Ein Zwei-Mann-Stück“ spielen.

Wenige Tage später ging mein Flug nach Barcelona, ich verbrachte ein Jahr im Ausland und ging dort zur Schule. Die Zeit nutzte ich, um ein weiteres Theaterstück zu schreiben. Wieder zurück, probten vier weitere Mitspieler und ich im Sommer 2017 das in Spanien geschriebene Stück „ICH weiß, was du im Sommer 2037 tun wirst“.

Wann kamen Sie dann zum Kabarett?

Weil ich durch die Teilnahme am Schultheaterfestival „Spotlights“ und die Vermittlung von Claudia Lüth, Jugendreferentin der Theatergemeinde Bonn, (die schon beim Contra-Kreis ein gutes Wort eingelegt hatte und mich auch später noch in Bonn unterstützte) Kontakte zum Bonner Pantheon, einem der Kleinkunsttempel der Republik, hatte, und weil ich sowieso immer Freude am Kabarett gefunden hatte, beschloss ich in Spanien, auch noch ein Kabarettprogramm zu schreiben.

Wie schreibt man so ein Kabarettprogramm?

Mit Stift und Papier. Wahlweise auch am PC oder Handy. Freude, Spaß, Motivation, Langeweile oder Alkohol sind mögliche Antriebsfedern.

Im Gegensatz zu einer Theaterproduktion, die man einfach am gleichen Ort mehrfach hintereinander aufführen kann, brauchte ich für mein Kabarettprogramm verschiedene Bühnen. Für gewöhnlich spielt man erstmal in der näheren Umgebung, um dort bekannter zu werden, aber das erschien mir ein wenig langweilig - in meiner Vorstellung formte sich eher das Bild einer aufregenden Städtereise mit gelegentlichen abendlichen Auftritten.

Ich erstellte eine lange Liste und schrieb während meiner Zeit in Spanien eine Rundmail an ungefähr 400 Bühnen (ja, damals, vor der EU DSGVO ging das...). Im Nachgang telefonierte ich in jeder großen Pause in meiner katalanischen Schule mit ein paar Veranstaltern um nachzuhaken. Mit dem Pantheon sagten insgesamt 10 zu. Das klingt wenig, man muss aber auch bedenken, dass zu dem Zeitpunkt lediglich der Programmtitel stand... Ich hatte ziemlich genau nichts vorzuweisen!

Am 13. September 2017 hatte dann „Ein Bunter Pott Püree“ im Bonner Pantheon Premiere.

Worum geht es in diesem Programm?

Schauen Sie es sich an…

Wie kommt das Programm beim Publikum an?

Da bin ich ja doch etwas befangen... Aber immerhin so gut, dass ich beschloss, das ursprünglich als einmalige Tour geplante Projekt auszuweiten, und ich trat weiter damit auf. Mit Pressestimmen und (furchtbar verwackeltem und überbelichtetem) Videomaterial gerüstet bemühte ich mich weiter um Auftritte - ab 2018 unter dem neuen Titel „Der Tag des jüngsten Gesichts“.

Wie sieht ein ganz normaler Arbeitstag bei Ihnen aus?

Jeder Tag ist anders, deswegen liebe ich den Beruf auch so.

Wo lernt man so einen Beruf?

Learning by doing. Zugegeben, in vielen Momenten hätte mir Unterstützung einer Person, die weiß wo es lang geht und vor allem wie, gut getan, aber... das wäre nur der halbe Spaß gewesen! Je unbedarfter man an Herausforderungen rangeht, desto eher wird die Unverschämtheit als sympathisch empfunden. Wenn Sie diesen Text tatsächlich bis hier gelesen haben, merken Sie sich wenigstens diesen einen Satz, ich mag ihn nämlich sehr gerne...

Und nebenbei studieren Sie?

Nein.

Apropos: Wie sind Sie zur Leipziger Pfeffermühle gekommen?

Bevor ich meine Kabarett-Tour 2018 wieder aufnahm, machte ich eine Art Praktikum bei der Leipziger Pfeffermühle. Ich hatte mich dort damals auch mit meinem ungeschriebenen Kabarettprogramm beworben, und wie viele andere fand der Geschäftsführer Dieter Richter das prinzipiell eine gute Sache, aber auch ein bisschen sehr forsch. Immerhin lud er mich im Winter 2017 nach Leipzig ein, um Bühne und Ensemble kennenzulernen.

Auf der Weihnachtsfeier eröffnete er mir dann, dass er mich gerne im Ensemble verpflichten würde. Gesagt, getan. Durch einen bloßen Zufall stellte er mich einer festen Größe im Leipziger Kabarett vor: Meigl Hoffmann. Und bereits nach dem ersten Kaffee war uns klar, dass wir unbedingt zusammenarbeiten wollten. Ab dieser Entscheidung drängte dann auch die Zeit, denn wir hatten keine vier Monate um uns kennenzulernen, ein Programm zu schreiben und auch noch zu proben. In Meigl hatte ich den perfekten Bühnenpartner gefunden, und so war es kein all zu großes Stück Arbeit, bis wir am 10. Oktober 2018 Premiere feiern durften mit „Der führerlose Aufzug“.

Worum geht es in diesem Programm?

Schauen Sie es sich an.

Bernard Paschke, 29.02.2019

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